Die Kryotherapie wird in der Physiotherapie vorrangig zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen bei akuten und chronischen Leiden oder zur Reha nach Verletzungen eingesetzt. So reduziert Kälte Entzündungen, was sich bei Schwellungen und Verstauchungen in der Muskulatur oder in den Gelenken positiv auswirken kann. Zudem bietet sich eine Kältetherapie auch bei entzündungsfreien Erkrankungen an, da die Geschwindigkeit der Nervenweiterleitung durch die Kälte reduziert wird, sodass auch Schmerzen gesenkt werden können. Deshalb kann ein Kryotherapiegerät auch gut bei Muskelverspannungen oder Arthritis und Arthrose und bei entzündungsfreien Verletzungen angewendet werden.
Zudem erfreut sich die Kryotherapie in der Sportmedizin und bei professionellen Sportlern und Freizeitsportlern großer Beliebtheit. Hiermit soll die Regeneration nach dem Training verbessert werden. Allerdings sollte genau geschaut werden, warum man die Erholungsphase verkürzen möchte. Für den Muskelaufbau ist die Kryotherapie nämlich nicht wirklich sinnvoll. Zwar werden Muskelschäden nach dem Training reduziert. Gleichzeitig führt das aber auch zu einer geringeren hypertrophischen Anpassung an das Training, wodurch Muskelzuwächse niedriger ausfallen. Denn ein gewisses Maß an Entzündungen ist nötig, um maximale Hypertrophieeffekte zu erzeugen. Reduziert man die Muskelschäden mit Kältetherapie, senkt man auch die adaptive Antwort des Körpers auf das Training ab.
Bei anderen Sportarten in denen adäquate tägliche Performance pimär wichtig ist, kann die Kältetherapie etwas interessanter sein. Neben orthopädischen Indikationen kann die Kältetherapie auch in der Dermatologie genutzt werden. Eine Anwendung ist je nach individuellem Fall bei Hautkrebs/Tumoren als auch Warzen möglich. Zudem ist eine Kältebehandlung bei Akne oder auch Ekzemen eine Option.